Ver­brau­cher­recht

26.09.2011 16:09 von RA Lutz Sta­der

Han­dy­nut­zer muss Rech­nung über 11.500 € nicht zah­len

Das OLG Schles­wig-Hol­stein hat mit Ur­teil vom 26.09.2011 die Kla­ge ei­nes Mo­bil­f­unk­un­ter­neh­mens auf Zah­lung ei­ner Rech­nung von 11.500 € ab­ge­wie­sen.

 

S A C H V E R H A L T:

Der Mo­bil­fun­k­an­bie­ter hat­te mit dem be­klag­ten Ver­brau­cher ei­nen Ver­trag über Mo­bil­fun­k­leis­tun­gen inkl. In­ter­net­nut­zung ge­sch­los­sen. Die Prei­se der In­ter­net­nut­zung rich­te­ten sich nach den ge­nutz­ten Da­ten­men­gen und dem zeit­li­chen Um­fang der Nut­zung. Die­ser Ta­rif rech­net sich nur bei ge­ring­fü­g­i­ger Nut­zung der In­ter­net­funk­ti­on. Der Ver­brau­cher er­warb zu dem Ver­trag ein Mo­bil­te­le­fon, dass nach der Wer­bung des Mo­bil­fun­k­an­bie­ters auch ei­ne Na­vi­ga­ti­ons­soft­wa­re um­fass­te. Als der Ver­brau­cher die­se auf dem Ge­rät in­stal­lier­te, star­te­te die Soft­wa­re au­to­ma­tisch ei­ne Ak­tua­li­sie­rung des Kar­ten­ma­te­rials über das In­ter­net. Die­se dau­er­te meh­re­re Stun­den. Am En­de des Rech­nungs­zei­traum stell­te das Mo­bil­f­unk­un­ter­neh­men dem Ver­brau­cher für 20 Ta­ge den Be­trag von 11.500 € für die In­ter­net­nut­zung in Rech­nung.

 

E N T S C H E I D U N G  D E S  O L G:

Das OLG rüg­te ei­ne Ver­let­zung von Ne­benpf­lich­ten aus dem Mo­bil­funk­ver­trag durch das Un­ter­neh­men, da es dem Ver­brau­cher ein Mo­bil­te­le­fon ver­kauf­te, oh­ne auf die Kos­ten­fal­le durch die Na­vi­ga­ti­ons­soft­wa­re hin­zu­wei­sen.

Die Ne­benpf­licht im Rah­men des Mo­bil­funk­ver­tra­ges sei die Pf­licht der Ver­trag­s­par­tei­en für ei­ne mög­lichst rei­bungs­lo­se und tran­s­pa­ren­te Ab­wick­lung des Ver­trags­ver­hält­nis­ses zu sor­gen. Kauft je­mand ein Mo­bil­te­le­fon mit Na­vi­ga­ti­ons­soft­wa­re, so geht er da­von aus, dass die­se ak­tu­ell ist. Wird er durch die Soft­wa­re zur Ak­tua­li­sie­rung auf­ge­for­dert, so darf der Kun­de an­neh­men, dass die Ak­tua­li­sie­rung für ihn oh­ne Kos­ten blei­ben wird. Ab­wei­chen­des un­ter­liegt der Hin­weispf­licht durch das Mo­bil­f­unk­un­ter­neh­men. Da in der Sa­che ei­ne War­nung un­ter­b­liebt, wies das OLG die Kla­ge des Mo­bil­fun­k­an­bie­ters ab. 

Qu­el­le: Pres­se­mit­tei­lung Schles­wig-Hol­stei­ni­sches OLG 29/2011

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